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Das Hubdachproblem oder Problem? -  Hubdach!

Das Hubdachproblem oder Problem? - Hubdach!

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Von allen Dingen an und in unserem Fahrzeug, hat uns das Hubdach bis dato die längsten schlaflosen Nächte bereitet. Die Ausgangslage hätte kaum schlechter sein können. Im Lauf der Restaurierung konnten wir aber die Situation ein wenig verbessern.

Über 100 kg Gewicht, ein komplizierter Mechanismus mit Gestängen im Inneren, Gasdruckfedern die nicht wirken wo sie sollen und ein undichter Zeltstoff. Rückwirkend betrachtet lässt sich unser Hubdach so am besten beschreiben und wir konnten leider nicht alle diese Probleme lösen. 

Zwei außen montierte Gasdruckfedern erwiesen sich als völlig nutzlos für das Anheben des Hubdaches. 

Einzig die Tatsache mit dem hohen Gewicht war bereits beim Kauf ersichtlich. Wir hatten damals noch die Vermutung, dass eventuell eine der insgesamt vier Gasdruckfedern kaputt sein könnte. Von diesen vier waren zwei kurze außen über Fahrer- und Beifahrertür, sowie zwei im Inneren im letzten Drittel des Auto angebracht. Tatsächlich haben wir festgestellt, dass die beiden kurzen keinerlei Wirkung auf das Dach hatten, weswegen wir sie entfernt haben.

Die beiden langen Gasdruckfedern im Inneren unterscheiden sich von den meisten Hubdachkonstruktionen insofern, als dass sie nicht auf das Dach direkt, sondern auf ein Gestell wirken. Von den langen war eine nicht mehr funktionsfähig und wurde ausgetauscht. Erleichterung, im wahrsten Sinne des Wortes, brachte das aber auch nicht. 

Mechanische Hilfe ist nötig

Auf der Suche nach einem möglichen Hilfsmittel, sind wir bei einem elektrischen Lineranatrieb fündig geworden. Der Einbau eines solchen ermöglicht uns nun zumindest, dass die ersten 40 cm beim Öffnen des Daches nicht von Menschenhand und vor allem mit beinahe unmenschlich viel Kraftanstrengung erfolgen muss. Vor dem Vorhandensein dieses Hilfsmittels galt es, das Dach auf eine bestimmte Höhe hochzustemmen (unter Einsatz beider Hände und mit Zuhilfenahme von Kopf und Rücken. Ja, es ist auch so gefährlich wie es klingt) ab dieser die Gasdruckfedern erst zu wirken beginnen. Erst über diesem Totpunkt hinaus, erledigen die Gasdruckfedern ihre eigentliche Aufgabe - nämlich das Dach zu öffnen.

Nicht weniger anstrengend, oder ungefährlicher, ist das Schließen, bei dem man gegen die Kraft von zwei Gasdruckfedern (je 75 kg Kraft) ankommen muss. Nur mit einem herzhaften Ruck und unter vollstem Körpereinsatz gelingt dies. Anschließend muss das Dach ein paar Sekunden gehalten werden (am besten am Kopf), um es dann vorsichtig auf dem Linearantrieb abzulegen. Während dieser dann das Dach langsam herunterfährt, bedarf es noch des ordnungsgemäßen Einzuges des Zeltstoffes. Was in unserem Fall leider auch nicht problemlos von Statten geht. Irgendwie hängt immer Stoff irgendwo an den Seiten heraus und eine zweite Person musse von Außen den Stoff quasi "hineinstopfen". 

Undichter Stoff

Zu all den - nennen wir es - "Herausforderungen" die das Dach für uns bereit gehalten hat kam noch hinzu, dass sich beim ersten starken Regenguss herausstellte, dass der Stoff nicht dicht war. Das Wasser plätscherte nur so in den Innenraum des Fahrzeuges und die eine oder andere Tränen über die Wange. DAMIT hatten wir nicht gerechnet. 

Nachdem der klägliche Versuch der Imprägnierung nicht erfolgreich war und wir uns gegen das Basteln einer quasi "Duschhaube" (immer bei Regen überzuziehen. Ernsthafte Pläne wurden tatsächlich schon gezeichnet) für den G entschieden haben, galt es einen Anbieter zu finden, der mit dem Einbau eines neuen, wasserabweisenden Stoffes Erfahrung hatte. Das mag ja in einigen europäischen Ländern keine allzu große Herausforderung darstellen, in Österreich war es aber keine leichte Aufgabe.

Das Hubdach erhält einen neuen Zeltstoff.

Letztlich haben wir aber doch noch eine Ein-Mann-Firma gefunden, die uns nicht nur beratend zur Seite stand, sondern auch großartige Arbeit leistete. Unser Zelt ist jetzt wasserdicht und hat ganz so nebenbei auch die Farbe von orange auf grau gewechselt. 

Ein neuer Schock

"Da ist ein Loch" - den Satz will man definitiv nicht von seiner besseren Hälfte hören, schon gar nicht wenn diese dabei auf den Zeltstoff zeigt. Leider war es - trotz größter Sorgfalt - tatsächlich passiert, dass wir ein paar Wochen nach erfolgreichen Austausch des Zeltstoffes durch die Gelenke der Innenkonstruktion drei kleine Löcher in den Stoff gerissen hatten. Wo wir wieder bei den Tränen wären. Diesmal noch ein wenig mehr.

Aber mittlerweile hatten wir mit diesem Auto so viel mitgemacht, dass es irgendwann kein Zurück mehr gibt, und man aufhören muss zu jammern. Dinge passieren. Löcher passieren. Handlungen sind gefragt. Erste Handlung - Löcher abdichten (erledigt mit Ramsauer Baudicht).  Zweite Handlung - weitere Löcher verhindern, indem die Gelenke des Gestänges keinen Kontakt mehr mit dem Stoff haben. Also haben sie kurzerhand maßgeschneiderte "Stoffhäubchen" verpasst bekommen.

Der suboptimale Kompromiss

Ende gut, alles gut mit unserem Dach? Die vorhandene Dachkonstruktion ist trotz Hilfsmitteln derer wir uns nun bedienen nicht ideal, oder besser gesagt, ein über uns schwebendes Damoklesschwert. Jedes Öffnen, und vor allem Schließen des Daches stellt ein Sicherheitsrisiko dar, mit dem wir aber bis auf weiteres leben und reisen müssen. Vielleicht lassen wir irgendwann nach der Reise (und nach einem Lottogewinn) die gesamte Konstruktion ändern. Bis dahin schauen wir neidisch auf all die Overlander dieser Welt deren Hubdach sich mit dem Kraftaufwand aus einer Fingerspitze öffnen lässt.

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