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Abenteuerauto? Gefunden!

Abenteuerauto? Gefunden!

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Es war vollbracht! Wir hatten unser Auto für die große Reise gefunden. Das Abenteuer konnte beginnen.

Ein Auto war für uns immer nur Mittel zum Zweck um von Punkt A nach B zu kommen und wann immer möglich, nutzten wir öffentliche Verkehrsmittel. Und nun, nun stand da die Idee einer Weltreise mit einem Auto im Raum. Wir, die wir beide nicht besonders autoaffin waren und daher auch nur geringe Kenntnisse vom Innen- und Eigenleben eines Autos mitbrachten, wollen nun ausgerechnet mit fahrbarem Untersatz um die Welt reisen?

Welches Auto eigentlich?

Was braucht ein Fahrzeug für ein solches Vorhaben? Wie muss es ausgestattet sein? Müssen wir nun alles über Automotoren lernen? Fragen über Fragen, auf die sich durch Nachlesen und Austausch mit erfahrenen Personen Antworten finden ließen.

Doch was waren eigentlich unsere Anforderungen an ein Auto? In einem Wohnmobil im herkömmlichen Sinn haben wir uns nie gesehen, eher etwas Kompaktes schwebte uns vor. Allrad wäre auch nicht schlecht und es sollte ein älteres Baujahr sein, um kleinere Reparaturen selbst vornehmen zu können bzw. überall auf der Welt eine handlungsfähige Werkstatt zu finden. Es hätte ein Land Rover Defender, Toyota Land Cruiser oder auch VW Bus sein können, dass es aber schließlich eine G-Klasse von Mercedes wurde ist reiner Zufall. 

Kein Interesse - oder doch?

Zwei Monate waren wir bereits auf der Suche nach einem reisetauglichen Fahrzeug und hatten bis zu diesem Zeitpunkt lediglich einen ziemlich schäbigen Land Cruisers besichtigt. Dann kam uns zufällig das Inserat für unseren G unter. "Viel zu teuer" war zwar unser erster Gedanke, aber irgendwie doch zu interessant, um ihn nicht trotzdem mal anzusehen und probezufahren. Nur zum Spaß und aus Neugierde.

So sah der G zum Zeitpunkt des Kaufes aus.

Stolz stand er also da, der "Mercedes G" mit Baujahr 1984.  Als ehemaliges Fahrzeug bei der Schweizer Feuerwehr war die erste augenscheinliche Besonderheit des Gs definitiv seine "Überlänge" von ca. 40 cm. Mit der von der Firma Binz hergestellten Verlängerung des Hecks war wertvoller zusätzlicher Platz im Innenraum geschaffen worden.

Den abgewohnten Innenausbau ignorierten wir, denn diesen wollten wir sowieso an unsere Bedürfnisse angepasst neu gestalten. Allerdings fiel uns gleich beim Öffnen des Hubdachs dessen hohes Gewicht auf und natürlich waren darüber hinaus so einige von Korrosion befallene Stellen nicht zu verleugnen. Der technische Prüfbericht vom ÖAMTC wies zwar auf ein paar altersbedingte Schwächen hin, aber keine gravierenden Mängel auf. Das bereits vorhandene Hubdach, die Binzverlängerung, die (angeblich) geringe Kilometerzahl und vor allem der Ruf der G-Klasse hinsichtlich Robustheit und Verlässlichkeit waren letztlich dafür verantwortlich, dass wir uns doch zu einem Kauf hinreißen ließen.

Erstens kommt es anders, zweitens als man denkt

Zum Zeitpunkt des Kaufs war unsere Annahme, dass uns vor allem der Neubau der Möbel sowie kleine Ausbesserungen an der Karosserie wegen Rostbefalls, in den nächsten Monaten beschäftigen würden. Der Optimismus (oder die Naivität?) war groß, dass wir in 10 Monaten mit diesem Fahrzeug unsere Weltreise antreten werden können - nicht ahnend was in Wirklichkeit noch auf uns zukommen würde.

Trotz all der ungeahnten Herausforderungen ist die Leidenschaft für unser Fahrzeug mit den Stunden, die wir unter, auf oder in ihm verbracht haben, mit jedem Schweißtropfen und mit jedem verlorenem Nerv gewachsen. Und es mag für einige nicht nachvollziehbar sein, aber der G ist mittlerweile doch mehr als nur ein fahrbarer Untersatz. Ganz unbemerkt hatte mit seiner Restaurierung und dem Ausbau zum Reisefahrzeug unser Abenteuer schon begonnen, noch bevor wir die ersten Kilometer in einem fremden Land gefahren sind.

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